Die beiden Musikdesigner Vincent Egerter und Lukas Hertzsch haben im Mai 2017 am CAMP Festival – internationales Festival für Visual Music teilgenommen. Es fand vom 22.- 27. Mai 2017 in Sofia in Bulgarien statt. Vincent Wikström, Musikdesign-Dozent seit Wintersemester 2016/17, war als Gastkünstler beim Festival ebenfalls dabei. Beim CAMP Festival treffen sich Künstler aus den Bereichen elektronische und experimentelle Musik, Tanz und Performance sowie Video- und Medienkunst, um für eine Woche gemeinsam zu arbeiten und zu forschen. Die Ergebnisse der Workshops werden am Ende in Form von Konzerten, Installationen und Performances vorgeführt.

Das Festival fand 1999 das erste Mal statt und wird seither von den Experten für musikalische und künstlerische Grenzbereiche Prof. Friedemann Dähn und Thomas Maos geleitet. Jede Festival-Ausgabe findet an einem anderen Ort und mit einem neuen Team von internationalen Künstlern statt. Die ungewöhnlichen Orte und die jeweilige Zusammensetzung der Künstler und Kunstrichtungen setzen ein großes kreatives Potential frei und fördern den internationalen Dialog.
Bisher war das Festival neben Deutschland schon in Portugal, Kroatien, Rumänien, Bulgarien, Spanien und 2013 auf der Kunstbiennale in Venedig zu Gast.

Bei der Mai-Ausgabe dieses Jahres haben sich 15 deutsche und bulgarische Künstler getroffen, um in kleinen Projektgruppen audiovisuelle Konzepte und Performances zu konzipieren und zu realisieren. Veranstaltungsort war die Fabrica 126, eine alte Fabrik in Sofia. Besonders war für die Beteiligten bei der Arbeit zwischen improvisieren, ausprobieren und korrigieren die hierarchielosen Arbeitsweise, denn auch die künstlerischen Leiter beteiligten sich an der Projektarbeit als Mitwirkende auf Augenhöhe. Dabei gab es keine spezifischen Vorgaben zu der Form der Projekte. Die Arbeit konnte sich je nach kreativem Potenzial, das in der Gruppe und ihrer wechselseitigen Inspiration entstand, entwickeln.

Lukas Hertzsch wirkte bei einem Projekt mit, das sich aus einer Tanzperformance, einer Videoprojektion und einer Musikkreation zusammensetzte. Die Beschäftigung mit der eigenen Identität im Konflikt mit der Umwelt war ein zentraler Gedanke der Performance. Im Folgenden beschreibt Lukas Hertzsch seinen musikalischen Beitrag: „Ich trug eine Geräuschkulisse bei, die ich live steuern konnte und somit eine gegenseitige Beeinflussung zwischen Musiker und Tänzer erzielte. Gegen Ende der Performance interagierten alle fünf Beteiligten, wobei ich musikalische Elemente inmitten der atmosphärischen Geräusche übernahm.“


Der Musikdesign-Dozent Vincent Wikström leistete eher einen performativen Beitrag zu einer Performance: „In dem Projekt war mein Ziel, dem Publikum eine traditionelle Enka Geste beizubringen. Enka ist japanische Volksmusik, die oft von Einsamkeit oder gescheiterter Liebe erzählt. Zur Visualisierung der Sehnsucht führt der Sänger oder die Sängerin eine Hand langsam und konzentriert zum Horizont.“

Die Teilnahme an dem Workshop, die vom Studiengang Musikdesign mitfinanziert wurde, war für die Studierenden eine bereichernde Erfahrung.

Lukas Hertzsch berichtet von seinen Erfahrungen: „Das freie Arbeiten mit Vertretern verschiedenster Kunstgattungen ermöglichte mir eine andere und hochinteressante Perspektive auf Musik sowie Kunst im Allgemeinen. Für die Möglichkeit, an einem so außergewöhnlichen und seltenen Kulturprojekt wie dem CAMP-Festival teilzunehmen bin ich sehr dankbar, daher möchte ich diesen Workshop wärmstens weiterempfehlen.“

Das nächste CAMP-Festival, an dem Künstler aus Deutschland, Tunesien, Litauen, Bulgarien, Finnland, Frankreich, der Türkei und der Schweiz und teilnehmen werden, findet vom 6.-13. August 2017 in Potsdam statt.