Gegenklänge – when Sound interferes with the visual. Am 16. November 2013 fanden im Rahmen der Langen Nacht der Museen zahlreiche Besucher den Weg in die Galerie der Stadt Sindelfingen zur Eröffnung der Ausstellung GEGENKLÄNGE. Musikdesignstudierende entwickelten in einem Semesterprojekt unterschiedliche Klanginstallation und stellten ihre Arbeiten im Rahmen der Ausstellung aus.

Der Musikdesigner Ingo Feuker übersetzte mit seinem Klangkunstwerk den gesellschaftlichen Aufbruch der deutschen Nachkriegszeit visuell in das Übertreten einer Türschwelle, das Betreten eines neuen Raumes.


Aufbau der Installation von Ingo Feuker

Die Klanginstallation „Ohnmacht“ des Musikdesign-Studenten Luigi-Maria Rapisarda verdeutlichte die Unterdrückung, welcher Individuen und Freidenker im Dritten Reich ausgesetzt waren. Eine Kugel stand dabei für den Gedanken des Individuums. Sie drehte unter sirrendem Geräusch ihre Kreise in einem Becher, einer äußeren Hülle, und war unfähig aus dieser auszubrechen. Smiljana Nikolic setzte sich in ihrer schwarzen, schrankförmigen und spiegelnden Installation „Silence as an Utopia“ mit dem Verständnis von Stille auseinander und mit der Frage, ob absolute Stille letztlich nicht eine utopische Vorstellung des Menschen ist und ob diese Stille tatsächlich nur im Vakuum, für den Menschen unergründlich existieren kann.


„Silence is an Utopia“

Bei dem Klangkunstwerk von Peter Breitenbach „Computermusik für Streichtrio“ waren zwei Celli und ein Kontrabass kreisförmig zueinander zugeordnet und wurden durch ein von einem Minicomputer angetriebenes Rad berührungslos gespielt. Es entstand eine dunkle, oszillierende Klangfläche, die sich über den Zeitraum der Ausstellung durch Änderung der Saitenspannung der Instrumente veränderte und damit der eigentlich perfekten Steuerung durch den Computer entfloh. Bei Synapsis, der zweiten Installation von Peter Breitenbach, reagierte Ferrofluid, eine stark ölige Flüssigkeit auf magnetische Felder und wurde in Abhängigkeit zur eigens komponierten Musik gebracht. Es entstanden auf eindrucksvolle Art und Weise Bewegungen der Skulptur.

Bezug zur damaligen Strukturdiskussion um die baden-württembergischen Musikhochschulen nahm die Arbeit von Andreas Brand. Der Besucher befand sich im übertragenen Sinne an einem Set für einen „Baumarktfilm“ und konnte an Stimmgabeln, welche die Musikhochschulen darstellen, auch selbst Hand anlegen. Letztlich stand die Frage „Mit welcher Art und Weise wird mit dem Gut Kultur und Musik in Baden-Württemberg umgegangen?“ im Mittelpunkt.


„Eine vermeintliche Klanginstallation“