Ist das Kunst oder kann das weg?

Unter dem Titel „Sperrmüllwerkstatt“ bauten Musikdesignstudierende unter der Anleitung von Luís Antunes Pena gemeinsam mit SchülerInnen der benachbarten Löhrschule in Trossingen eigene Instrumente aus Gegenständen, die normalerweise im Müll landen würden. Das Konzept des ‘Upcycling’ fand hierbei eine musikalische Definition. Gefördert wurde das Projekt vom Netzwerk Neue Musik Baden- Württemberg e.V.

“Wir haben handwerklich Spaß an Musik geweckt”, erklärt Luís Pena. In zwei Gruppen wurden sowohl akustische als auch elektronische Instrumente gebaut, mit denen die SchülerInnen im ersten Schritt experimentieren und improvisieren durften, bevor dafür eine Komposition erstellt wurde. Ein wichtiger Bestandteil der Inhalte im Studiengang Musikdesign ist die Auseinandersetzung und Vermittlung von zeitgenössischer Musik mit all ihren Facetten und Strömungen. Damit eine breite Masse der Gesellschaft die Entwicklung dieser Musik verfolgen kann, ist Offenheit, Reflexion und Auseinandersetzung mit kunstbezogenen Konzepten eine wichtige Voraussetzung, um Vermittlung erfolgreich zu verwirklichen.

Der Versuch der Sperrmüllwerkstatt stand somit nicht das Vermitteln von handwerklichem und technischem Können im Vordergrund sondern die Förderung der Neugier und Risikobereitschaft, sich in unbekannten Feldern zu bewegen. Persönlicher Bezug und ästhetisches Verständnis der aktuellen Musik können dadurch entstehen, dass man spielerisch an dem Schöpfungsprozess beteiligt ist. Ein scheinbar wertloser Gegenstand wird mit technischem Wissen und künstlerischen Ideen aufgewertet und bietet außerdem die Möglichkeit die Musik nicht nur von der Oberfläche zu betrachten, sondern ihre eigenen Qualitäten, Differenzierungen und Strukturen zu entdecken.